Impulse

 

Thema: Öffnung des Weiheamtes auch für Frauen

 

"Dein Geist weht, wo er will"

"Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen. Erben gemäß der Verheißung."

So steht es im Galaterbrief 3,27-29. Wir alle, die wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden und durch unsere Taufe in seine Nachfolge gerufen sind, sind somit durchaus bereit, eine besondere Berufung im Glauben zu hören.

Daher ist es schwer nachzuvollziehen, warum die Katholische Kirche auf 50% der Berufenen verzichtet, die segensreich in der Spendung der Sakramente und der Verkündigung einen wichtigen Dienst leisten könnten: die Frauen!

Theologische Argumente, warum Frauen nicht zu Priesterinnen geweiht werden können, bleiben ungenau und schräg, die historische Entwicklung der patriarchalisch aufgebauten Kirchenhierarchie wird gerne ausgeblendet und die Tatsache, dass auch Frauen eine Berufung zur Priesterin in sich spüren, wird erfolgreich verdrängt, wenn nicht sogar völlig negiert.

Und doch es gibt sie. Und es sind nicht wenige.

Ein großes Missverständnis ist häufig, dass diese Forderung nach der Weihe von Frauen eine Lösung für die Beseitigung des derzeitigen Priestermangels sein soll. Doch ungeachtet, ob das stimmt oder nicht, darum geht es nicht in erster Linie. Es geht um die Gleichbehandlung von Männern und Frauen: In der Gesellschaft eine selbstverständliche Forderung, in der Theologie schon längst diskutiertes Thema, - in der Kirche leider nicht.

Die Kirche hat bis heute keine adäquate Antwort darauf, was passieren soll, wenn Frauen die gleiche untrügliche Berufung in sich spüren, von der etliche Bischöfe und Priester fest überzeugt sind, sie zu kennen, weil sie sie auch gespürt haben. Es wäre wirklich an der Zeit, Gottes Geist auch dort ernst - und die Berufung von Frauen und Priesterinnen wahr zu nehmen.

Außerdem geht es um die dringend nötige weibliche Seite in der Verkündigung und den Segenshandlungen der Katholischen Kirche.

Doch noch ein Missverständnis sei an der Stelle ausgeräumt. Es geht nicht darum, möglichst viele Frauen zu Klerikerinnen zu machen, sondern um mehr! Es geht um die gemeinsame Verantwortung aller Getauften für die Verkündigung der Frohen Botschaft. So wie es zum Beispiel bereits Beerdigungsleiter*innen, Wortgottesfeier-Leiter*innen (u.v.m.) gibt, so könnte es genauso ungeweihte Tauf- und Predigtbeauftragte geben. Kirche würde sich mehr an der Gemeinschaft der Jünger orientieren, anstatt an einem Auftrag an Petrus. Ein katholisch ökumenischer Gedanke.

Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

(für den Text, Markus Galonska)