Chronik St. Marien Velpke

 

In der seit der Reformation evangelischen Gegend um Velpke siedelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder Katholiken an, die in den Velpker Steinbrüchen Arbeit fanden, auch Italiener und Polen gehörten dazu. Zu dieser Zeit gehörten die Katholiken in Velpke zur Pfarrgemeinde St. Lutgeri in Helmstedt. Ab 1892 fanden katholische Gottesdienste im nähergelegenen Oebisfelde statt, und ab etwa 1905 gehörte Velpke zur Kirchengemeinde Herz Jesu in Oebisfelde.

1893 wurde in Velpke ein katholischer Männerverein gegründet, auf den die spätere Kolpingsfamilie zurückgeht. Seit 1910 fanden zeitweise katholische Gottesdienste im Velpker Gasthaus Lindenhof statt, Zelebranten waren die in Oebisfelde tätigen Priester. 1927 wurde Velpke Sitz einer Pfarrvikarie und bekam einen ortsansässigen Priester.

1914 war bereits das Kirchbaugrundstück in Velpke erworben worden, und 1924 der Kirchbauverein Velpke gegründet. 1927 begann der Bau der Kirche, und am 3. November 1929 wurde sie von Bischof Nikolaus Bares geweiht. Damals gehörten rund 800 Katholiken zum Einzugsgebiet der Kirche.

1946 wurde die zu Velpke gehörende Pfarrvikarie Bahrdorf gegründet. Zum Bau einer Kirche kam es in Bahrdorf jedoch nicht, die Gottesdienste fanden in der Wohnung des Pfarrers statt. 1954 wurde in Velpke das Pfarrhaus erbaut. Am 1. August 1956 wurde aus der Pfarrvikarie Velpke eine selbstständige Kirchengemeinde (Kuratie). 1958 kam die Kuratie zum damals neu gegründeten Dekanat Wolfsburg, zuvor gehörte sie zum Dekanat Celle. 1966 wurde die Pfarrvikarie Bahrdorf wieder aufgelöst und kam zur Kirchengemeinde Velpke zurück.

1969/70 erfolgte eine Umgestaltung des Innenraumes, ein neuer Altar aus Velpker Sandstein wurde am 1. März 1970 von Bischof Heinrich Maria Janssen konsekriert. 1974 folgte der Bau des Gemeindezentrums. Von 1976 bis 1984 wurde auch die Kirche St. Raphael in Parsau vom Velpker Pfarrer seelsorglich betreut. 1984 verließ der letzte ortsansässige Pfarrer Velpke, und der Pfarrer von St. Bernward in Wolfsburg übernahm die seelsorgliche Betreuung. 1987 wurde wieder Kontakt zur ehemaligen Muttergemeinde in Oebisfelde aufgenommen, von der Velpke inzwischen auch durch die Innerdeutsche Grenze getrennt war. Am 17. September 1987 traf sich eine Delegation der Velpker Kirchengemeinde im Pfarrhaus der Kirche St. Elisabeth in Mieste, da Oebisfelde im Sperrgebiet der DDR lag und daher von Fremden ohne Genehmigung nicht besucht werden konnte. Am 1. Januar 1988 wurde die Kuratie Velpke zur Pfarrei erhoben.

1992 wurde eine neue Pfeifenorgel eingeweiht, zuvor wurde eine 1968 angeschaffte elektronische Orgel benutzt.

Am 15. Juli 2005 übernahm der Pfarrer der Kirche St. Michael in Wolfsburg-Vorsfelde auch die Verwaltung der Velpker Kirche, weil der Pfarrer der St.-Bernward-Kirche in den Ruhestand versetzt worden war, ohne dass ein ortsansässiger Nachfolger ernannt wurde. Vom 1. November 2006 an gehört die Kirche zum Dekanat Wolfsburg-Helmstedt, welches zu diesem Zeitpunkt aus dem Dekanat Wolfsburg und dem Helmstedter Teil des Dekanats Helmstedt-Wolfenbüttel gebildet wurde. Seit dem 1. September 2010 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Michael Wolfsburg.

Ein Teil des Pfarrgartens ist heute der Samtgemeinde Velpke überlassen, die ihn seit Januar 2016 zur Unterbringung von Asylbewerbern nutzt.

Quelle Wikipedia